Biomasse aus Algen

Die Veranstaltung „Algae - Sustainable biomass production for a green economy and the future of nutrition in Europe – Innovations made in Saxony-Anhalt“ am 5. November 2019 stellte die Vorteile der Algenproduktion als Nahrungsmittel und Rohstoff heraus und illustrierte bestehende Hürden für eine breitere Vermarktung und Entwicklung.

Algen können eine Lösung sein im Umgang mit Klimawandel, Biodiversitätskrise, wachsender Weltbevölkerung, nachhaltiger Ernährung und einem zirkulären Wirtschaftssystem.

Bernhard Friess, Abteilungsleiter für Meerespolitik und blaue Wirtschaft in der Generaldirektion MARE verwies darauf, dass die Blue Economy zum Green Deal beitragen müsse. Der Green Deal werde sechs Bereiche umfassen: Dekarbonisierung, eine zweite Kreislaufwirtschaftsstrategie, Biodiversitätsstrategie bis 2030, eine ganzheitliche Ernährungsstrategie vom Erzeuger zum Verbraucher (Farm-to-Fork), Stärkung ländlicher Regionen und keine Verschmutzung (zero pollution). Die Kommission arbeitet an einer EU-Algen-Strategie zur Operationalisierung der „Blue Bioeconomy Forum Roadmap“ und plant eine Überprüfung der 2013 verabschiedeten Leitlinien zur Entwicklung einer nachhaltigen EU-Aquakultur sowie weitere Fördermöglichkeiten unter dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF). Darüber hinaus sollen Forschungseinrichtungen im Rahmen von Horizon Europe künftig einfacheren Zugang zu Fördermitteln erhalten.

Algen leisten einen Beitrag zum Klimaschutz, denn sie haben einen niedrigen CO2-Fußabdruck und sind für die Hälfte der photosynthetischen Leistung von Pflanzen verantwortlich, d.h. sie leisten einen erheblichen Anteil an der globalen CO2-Reduktion. Dabei sind sie weniger anfällig für Ernteausfälle. Zudem können sie selbstständig Methanemissionen abbauen. Die Herstellung von Biomasse aus Algen ist unabhängig von fruchtbaren Böden möglich. Zudem können sie in der Abwasseraufbereitung eingesetzt werden.

Aus Algen können hohe Biomasse-Erträge sowie alternative, erdölähnliche Kraftstoffe gewonnen werden. Neben Bioenergie sind Anwendungsmöglichkeiten von Algen Bioplastik, Kosmetika, Futtermittel, Lebensmittel, Bindemittel (Geliermittel/Emulgatoren), Lebensmittelergänzungsmittel (Omega3-Fettsäuren, Vitamin B12, Jod), Farbstoffe oder vegane Ersatzprodukte sowie biologischer Dünger. Außerdem können sie wegen ihrer entzündungshemmenden, antikarzinogenen oder immunstärkenden Wirkung als Pharmaka zur Vorsorge gegen Alzheimer oder Herzinfarkt sowie zur Senkung des Blutfettspiegels eingesetzt werden. (TS / JBl)