EU – Wozu?

Ja, es stimmt: Manchmal wirkt die EU sehr fern. Und sicherlich auch kompliziert. Da kann man sich schon einmal fragen, was habe ich eigentlich mit der EU zu tun? Wo betrifft mich das, was in Brüssel beschlossen wird? Und welche Vorteile habe ich als junger EU-Bürger vielleicht sogar von den Entscheidungen der EU?

Hier ein paar Beispiele dafür - vom Glas über Leitungswasser bis hin zum Spanien-Urlaub - an welchen Stellen wir von der Europäischen Union profitieren.

Einkaufen

Heutzutage haben wir ganz selbstverständlich ein riesiges Sortiment an Waren in den Supermarktregalen. Wir nehmen hier den französischen Rotwein, dort die italienischen Nudeln und ein Gang weiter das schwedische Knäckebrot. An der Kasse stellen wir fest, dass es gar nicht mal so teuer ist, denn die EU-Produkte sind frei von Zöllen, die die Preise künstlich erhöhen würden. Dank der Freiheit des Warenverkehrs im EU-Binnenmarkt können wir unsere Produkte zu zollfreien Preisen der Hersteller kaufen und das alles zu geltenden EU-Lebensmittelstandards.

Wer sich heute ein teures Smartphone im Internet bestellt, braucht keine Angst zu haben die sprichwörtliche Katze im Sack zu kaufen. Die EU-Verbraucherrichtlinie sichert jedem Online-Kunden ein 14tägiges Rückgaberecht zu und falls das Handy nach kurzer Zeit seinen Geist aufgeben sollte, hat man dank der Verbrauchsgüterkauf-Richtlinie der EU eine zweijährige Gewährleistung, die den Verkäufer verpflichtet, den Kaufpreis zu erstatten oder das Gerät zu ersetzen.

Bildung

Seit 1987 haben nun schon über drei Mio. Studenten und Studentinnen ihr Erasmussemester im EU-Ausland verbracht. Mit dem Erasmus-Stipendium ist es auch unabhängig vom Geldbeuteln möglich, ein internationales Semester an der Uni in Madrid, Prag oder Edinburgh zu erleben. Die Anerkennung der Leistungen im Gastland wird ebenfalls durch das Erasmus-Programm geregelt.

Umwelt

Ein Glas Leitungswasser zur Erfrischung? Dank der EU-Trinkwasserrichtlinie wird die Qualität unseres Wassers sichergestellt. Ähnlich ist es mit Feinstaub in der Luft, der dank der EU-Feinstaubrichtlinie ein gewisses Maß nicht überschreiten darf.

Reisen und Telefonieren in Europa

Auf einem Roadtrip von Finnland bis Sizilien müsste man heute nicht ein einziges Mal einen Reisepass hervorkramen. Der freie Personenverkehr ist als eine der vier Freiheiten (freier Personen-, Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr) dafür verantwortlich, dass wir uns frei in Europa bewegen können. Ob in Schweden, Frankreich oder Portugal, wir dürfen uns überall niederlassen, wo es uns gefällt, und sogar eine Arbeit aufnehmen. Telefonieren mit Verwandten und Freunden vom Ausland in die Heimat können wir ganz entspannt seit 2015, denn seitdem verbietet die EU-Roamingrichtlinie die Roaminggebühren bei diesen Verbindungen und bewahrt uns vor astronomischen Telefonrechnungen.

Mit dem Flieger in den Süden? Wer für seinen nächsten Urlaub einen Flug gebucht hat, profitiert einerseits von den europäischen Sicherheitsstandards für Airlines. Andererseits ist man dank der EU gegen Lockvogelangebote beim Buchungsvorgang und durch die Passagierrechte gegen Flugverspätungen und -ausfälle abgesichert.

Währung

Es ist mittlerweile ebenso selbstverständlich wie praktisch, dass wir in Berlin, Brüssel und Barcelona mit den gleichen Scheinen und Münzen ein Busticket kaufen können. Mit dem Beitritt Litauens im Jahr 2015 sind es nun 19 Länder in der Eurozone.

Export und Jobs

Für eine prosperierende Wirtschaft und gutbezahlte Jobs sorgen in Deutschland nicht zuletzt die vielen im Export tätigen Unternehmen. Siemens, Bosch, VW und viele andere Firmen können ihre Produkte in der EU sehr gut verkaufen. Die EU garantiert, dass keine Einfuhrbeschränkungen, Zölle oder sonstigen Hürden zwischen den EU-Ländern aufgebaut werden. Wer ein gutes Produkt herstellt, kann so auf einen hohen EU-weiten Absatz hoffen. Diese Marktfreiheit lässt den europäischen Unternehmen optimalen Raum zum Wachstum und neue Jobs entstehen. (KL)