Euro-Barometer veröffentlicht

Das EU-Jahresbarometer zur Lage der Gemeinden und Regionen der EU warnt: Bis zu 10 Prozent weniger Einnahmen in Regionen und Städten gefährden öffentliche Dienstleistungen. Präsident Apostolos Tzitzikostas überreichte am 12. Oktober 2020 Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen das regionale und lokale Barometer und warnte vor einer „verlorenen Generation aufgrund von Covid-19“ und vor wachsenden regionalen Ungleichheiten.

Das erste EU-weite regionale und lokale Barometer, das vom Europäischen Ausschuss der Regionen erstellt wurde, zeigt auf, dass die Corona-Pandemie die Einnahmen der subnationalen Behörden stark beeinträchtigt. Allein in Italien, Deutschland und Frankreich könnten sich ihre Verluste im Jahr 2020 auf 30 Mrd. Euro belaufen. Die Krise vergrößert auch die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten in den EU-Gebieten. Der Bericht warnt davor, dass die Krise die Gefahr einer "COVID-verlorenen Generation" junger Menschen birgt. Zudem weist das EU-Jahresbarometer auf gravierende Unterschiede zwischen den regionalen Gesundheitssystemen hin. Die zunehmende Kluft zwischen Land und Stadt stelle eine klare Bedrohung für den Zusammenhalt der EU dar.

Präsident Apostolos Tzitzikostas (GR/EVP) erklärte bei der Präsentation die Ergebnisse des jährlichen regionalen und lokalen Barometers: „Das Barometer zielt darauf ab, die Bedürfnisse der Menschen besser zu verstehen, um die richtigen Antworten zu geben. Nur wenn wir den Puls unserer Gemeinden messen, können wir entscheiden, wie effektiv die EU vor Ort war und was die EU tun muss, um ihren Regionen, Städten und Dörfern zu helfen. Unser Bericht bestätigt, dass die Pandemie uns alle verletzt hat. Über 90 Prozent der EU-Regionen und -Kommunen erwarten einen Rückgang ihrer Einnahmen.“ Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen pflichtete ihm bei und kündigte an, dass die Ressourcen von „NextGenerationEU“ auf die Widerstandsfähigkeit der Gesundheitssysteme abzielen werden. Die europäischen Mittel sollen Investitionen in neue Krankenhäuser, bessere Ausrüstung und stärkere Gesundheitssysteme ermöglichen.

Das EU-Jahresbarometer bietet eine Momentaufnahme der sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Auswirkungen der Krise auf die Regionen und Städte der EU. Ergänzt werden die Fakten und Ergebnisse durch eine gemeinsam mit der OECD durchgeführte Erhebung der subnationalen Finanzen sowie durch eine Meinungsumfrage zur Rolle und zum Einfluss regionaler und lokaler Behörden auf den europäischen Entscheidungsprozess.

Laut den Ergebnissen der von Kantar in den ersten beiden Septemberwochen 2020 durchgeführten Umfrage ist das Vertrauen in lokale und regionale Gebietskörperschaften unter den über 26.000 Europäerinnen und Europäern deutlich größer als in die nationalen Regierungen oder die EU im Allgemeinen, wenn es um die Reaktion auf die Pandemie geht. Deutlich wurde bei der Befragung auch der Wunsch der Bürgerinnen und Bürger, dass die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften mehr Einfluss auf EU-Entscheidungen in Bezug auf Gesundheit, Beschäftigung und soziale Angelegenheiten sowie Bildung, Ausbildung und Kultur haben sollten. (CD)

https://cor.europa.eu/de/our-work/Pages/EURegionalBarometer-2020.aspx?utm_source=SharedLink&utm_medium=ShortURL&utm_campaign=Barometer-Save%20the%20Date