Google und Facebook: Demokratie im digitalen Zeitalter

Die Internetkonzerne Google und Facebook bringen sich laut Medienberichten mit eigenen Initiativen in den digitalen Nachrichtenmarkt in Europa ein. Beide Konzerne hätten Förderprogramme in diesem Bereich aufgelegt, insbesondere im Bereich der Medienkompetenz. Dabei unterstütze Google eher privatwirtschaftliche Projekte, während Facebook auf die Förderung von akademischer Forschung setze.

Google habe nach eigenen Angaben im Jahr 2018 21 Mio. Euro für innovative digitale Nachrichtenprojekte in Europa zur Verfügung gestellt. Der im Jahr 2015 aufgelegte „Digital News Innovation Fund“ richte sich nicht nur an Verlage, sondern auch an andere digitale Medieninitiativen und Start-Ups, die mit maximal einer Mio. Euro pro Projekt gefördert werden können. In dieser Förderrunde seien etwa Projekte zur Medienkompetenz in Schulen, zur Personalisierung der Nachrichtenangebote mithilfe künstlicher Intelligenz und zur sprachgesteuerten Suche von Nachrichteninhalten unterstützt worden. Laut Konzernangaben seien seit Projektbeginn 115 Mio. Euro ausgeschüttet.

Medienberichten zufolge nehmen auch große deutsche Zeitungen wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung oder Die Zeit regelmäßig an der Ausschreibung teil. Der Axel-Springer-Verlag sehe Googles Streben nach Einfluss auf dem Nachrichtenmarkt allerdings kritisch. Google nutze seit Jahren Verlagsinhalte der großen Zeitungen kostenlos, um sein Portal Google News zu bedienen.

Facebooks „News Integrity Initiative“, an der laut eigenen Angaben auch zivilgesellschaftliche Partner wie etwa der Open-Source-Anbieter Mozilla und der Democracy Fund der USA teilnehmen, richte sich laut Medienberichten auf die Bekämpfung von „Fake News“ durch die Förderung von Medien- und Nachrichtenkompetenz. Zu diesem Zweck unterstütze der Konzern seit 2017 Forschungsprojekte an Journalistenschulen weltweit mit insgesamt 14 Mio. Dollar.

Beide Initiativen finden im Kontext wachsender Kritik an der Rolle des Internets und sozialer Medien in der Demokratie statt. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte bereits im Jahr 2017 auch von den Betreibern entsprechender Portale „Einsatz für die Demokratie“ gefordert. (EH)

https://ec.europa.eu/commission/commissioners/2014-2019/vestager/announcements/healthy-democracy-social-media-age_en