Offizieller Start der Gestaltungsphase

Kommissionspräsidentin von der Leyen hatte im September 2020 in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union die Initiative „Neues Europäisches Bauhaus“ angekündigt und sie in den darauffolgenden Monaten bei verschiedenen Gelegenheiten konkretisiert. Nun ist die Initiative offiziell an den Start gegangen: Am 18. Januar 2021 wurde die erste Etappe, die „Designphase“, mit einer Pressekonferenz der Kommission offiziell eröffnet. Kommissarin Mariya Gabriel, zuständig für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, und Elisa Ferreira, Kommissarin für Kohäsion und Reformen, skizzierten dabei Hintergrund und Zielsetzung der Initiative sowie die ersten konkreten Schritte. Zeitgleich ging eine der Initiative gewidmete Website online.

Hintergrund der Initiative ist die Vorstellung, dem ökologischen Wandel, den die Kommission mit dem von ihr im vergangenen Jahr aufgelegten Green Deal fördern und beschleunigen möchte, ein eigenes „Gesicht“ zu verleihen, unter anderem mit einer eigenen Ästhetik, neue Wegen der Gestaltung sowie einer neuen Art des Wohnens und Bauens. Dieser Wandel soll für jeden Einzelnen sichtbar, erlebbar und auch bezahlbar sein. Und ein bisschen schöner werden soll die Welt, insbesondere die Welt nach der Pandemie, damit auch.

Das „Neue Europäische Bauhaus“ soll eine Brücke zwischen Kunst, Kultur, Wissenschaft und Technik schlagen. Von Anfang an sollen, so Kommissarin Gabriel „Kunstschaffende und Studierende, Architekten und Ingenieure, Hochschulen und Innovatoren einbezogen werden“. Auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen mitwirken. Drei Phasen soll das „Neue Europäische Bauhaus“ umfassen: Gestaltung, Umsetzung, Dissemination.

In der am Montag offiziell eröffneten Gestaltungsphase sollen jetzt zunächst Ideen gesammelt und ein detailliertes Konzept für die Initiative ausgearbeitet werden; dabei sollen möglichst alle Interessenträger einbezogen werden. Diese können ihre Ideen und Vorschläge beispielsweise über die interaktive Website einbringen, bereits jetzt sind dort verschiedene von der Kommission zusammengestellt Beispiele zu sehen. Die Website soll zudem zu einer Vernetzung der an der Initiative interessierten Akteure beitragen: Organisationen, die sich an der Initiative beteiligen wollen, können sich über die Website den „Partnern des neuen Europäischen Bauhauses“ anschließen. Angekündigt wurden am 18. Januar 2021 zudem Workshops der Kommission in verschiedenen Mitgliedstaaten. Zur Begleitung der Initiative wird ein Expertengremium etabliert; hieran sollen 15 Personen mit unterschiedlichen Hintergründen teilnehmen. Die Gestaltungsphase soll bis zum Sommer dieses Jahres andauern.

Als Teil dieser Phase wird die Kommission, so die Ankündigung, bereits im Frühjahr dieses Jahres die erste Preise der Initiative ausschreiben. Bei den ausgezeichneten Projekten soll es sich ausdrücklich um bereits Vorhandenes wie Gebäude, öffentliche Plätze, Praktiken oder Methoden,handeln. Sie sollen illustrieren, was mit dem „Neuen Europäischen Bauhaus“ erreicht werden kann. Je Gewinner sind etwa 30.000 Euro vorgesehen, mit denen Ausstellungen oder Dokumentationen gefördert werden sollen. Im Herbst 2021 wird dann die zweite Phase starten. Hierzu sollen fünf konkrete Projekte über die Website ausgeschrieben werden. Diese sollen der Nachhaltigkeit verpflichtet sein, Kunst und Kultur integrieren, an die örtlichen Bedingungen angepasst sein und jeweils einen spezifischen Fokus haben, z.B. natürliche Baumaterialien, Energieeffizienz, Demographie, zukunftsorientierte Mobilität oder ressourcenschonende digitale Innovation. (MK)

https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_21_111

https://europa.eu/new-european-bauhaus/index_en