Maßnahmen zum Schutz der Wälder

Am 23. Juli 2019 hat die Kommission eine umfassende Strategie zur Aufforstung und den Schutz der Wälder weltweit beschlossen.

Die Strategie enthält fünf Prioritäten. Durch Maßnahmen für einen geringeren Konsum von Waldflächen innerhalb der EU, eine verstärkte Zusammenarbeit auf internationaler Ebene, bessere Informationen und eine Neuausrichtung von Finanzmitteln sollen bestehende Wälder geschützt und die Dichte von mit großer biologischer Vielfalt bewachsenen Waldflächen erhöht werden.

Die erste Priorität sieht Maßnahmen für eine Verringerung des Flächen-Fußabdrucks der EU und eine Förderung des Verbrauchs von Erzeugnissen aus entwaldungsfreien Lieferketten in der EU vor. Die Einrichtung einer Multi-Stakeholder-Plattform für Entwaldung, Waldschädigung und Walderneuerung soll ein Forum für Austausch bieten und eine Vielzahl von Akteuren zusammenbringen. Zusätzlich sollen strengere Zertifizierungsregeln für entwaldungsfreie Produkte gefördert und mögliche gesetzliche Maßnahmen diskutiert werden, die den EU-weiten Verbrauch in Bezug auf eine Entwaldung verringern.

 Die zweite Priorität soll partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Erzeugerländern zur Verringerung des Drucks auf die Wälder und zur Sicherung der Entwicklungszusammenarbeit der EU gegen Entwaldung entwickeln. Es sollen auf nationaler Ebene Schutzrahmen für ein nachhaltiges Waldmanagement entwickelt und durchgeführt werden sowie Mechanismen für Kleinbauern entstehen, um Ökosystemdienstleistungen zu erhalten und eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft zu fördern.

 Die dritte Priorität sieht eine Stärkung der internationalen Zusammenarbeit vor, um Entwaldung und Waldschädigung zu stoppen und die Wiederherstellung der Wälder zu fördern. Handelsabkommen im Bereich von landwirtschaftlichen und waldbasierten Produkten, die keine Abholzung oder eine Abmilderung des Waldbestandes hervorrufen, sollen gefördert werden. Darüber hinaus wird die Kommission in internationalen Foren – wie der FAO, den Vereinten Nationen, der G7 und der G20, der WTO und der OECD – darauf hinwirken‚ die Zusammenarbeit bei Maßnahmen und Strategien in diesem Bereich zu stärken.

 Die vierte Priorität stellt eine Neuausrichtung der Finanzierung zur Unterstützung nachhaltigerer Landnutzungspraktiken in den Mittelpunkt. Es sollen Anreize für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung geschaffen werden - sowohl für die Erhaltung bestehender als auch für die nachhaltige Sanierung zusätzlicher Waldflächen. Es sollen zudem Mechanismen geprüft werden, mit denen mögliche grüne Finanzmittel aufgebracht werden können.

 Die fünfte Priorität sieht eine Einrichtung einer EU-Beobachtungsstelle für Entwaldung und Waldschädigung vor, die Veränderungen der weltweiten Bewaldung und der damit verbundenen Faktoren überwachen und messen soll, um die Verfügbarkeit und Qualität von und den Zugang zu Informationen über Wälder und Lieferketten zu verbessern. Außerdem soll das Copernicus-Satellitensystem verstärkt benutzt werden, um ein besseres Wald-Monitoring zu gewährleisten.

 Die veröffentlichte Strategie ist das Ergebnis ausgiebiger Konsultationen der Interessenträger zu Entwaldung und Waldschädigung und zu möglichen Maßnahmen der EU. Mit der Mitteilung wird auch auf wiederholte Forderungen des Rates und des Europäischen Parlaments nach einem stärker koordinierten Vorgehen, insbesondere bei der entwaldungsfreien Gestaltung der Agrarrohstoffproduktionsketten, eingegangen. (FB)

 https://ec.europa.eu/info/files/communication-2019-stepping-eu-action-protect-and-restore-worlds-forests_de

https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/qanda_19_4471