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Beschlüsse zu Blended Learning und Erwachsenenbildung

Zentrale Themen der Tagung der Bildungsministerinnen und Bildungsminister am 29. November 2021 waren die digitale Bildung, die Agenda für Erwachsenenbildung und die europäische Bildungszusammenarbeit. Der Rat nahm eine Empfehlung zu Blended-Learning-Ansätzen für eine hochwertige und inklusive Primar- und Sekundarbildung sowie eine Entschließung zur neuen europäischen Agenda für die Erwachsenenbildung 2021-2030 an.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Agenda war die Lenkungsstruktur des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung. Auch hier nahm der Rat eine Entschließung an.

Die Empfehlung zum „Blended Learning“ fußt auf den Entwicklungen in jüngster Zeit, reicht aber darüber hinaus. In der Empfehlung werden zum einen kurzfristige Maßnahmen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie sowie zum anderen langfristige Maßnahmen benannt, mit denen Konzepte des „Blended Learning“ gefördert werden sollen. So wird den Mitgliedstaaten beispielsweise empfohlen, längerfristige strategische Ansätze zu entwickeln und die Innovationen, die in der Pandemie entstanden sind, zu nutzen und auf ihnen aufzubauen. Die Empfehlung stellt dabei ausdrücklich fest, dass „Blended Learning“ immer nur ein begleitender Ansatz sein kann, Präsenzunterricht aber nicht ersetzt.

Sie beschäftigt sich weiterhin mit Themen wie beispielsweise dem Ausgleich von Lernverlusten durch Schul- oder Ausbildungsunterbrechung, psychischer und physischer Gesundheit, Unterstützung der Selbstbewertung von Lehrkräften hinsichtlich der Nutzung digitaler Technologien und ihrer Fort- und Weiterbildung oder der Einbettung von Blended-Learning-Ansätzen in die Erstausbildung von Lehrkräften. Sie schlägt zudem Maßnahmen wie beispielsweise Partnerschaften für Infrastruktur und Ressourcen zwischen verschiedenen Bildungs- und Ausbildungsanbietern vor. Die Kommission hat angekündigt, die Umsetzung der Empfehlung zu unterstützen, indem sie beispielsweise die Entwicklung von Ressourcen wie Lern- und Lehrmaterial oder die beruflichen Entwicklungs- und Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte unterstützt.

Digitale Bildung war auch das Thema der Orientierungsaussprache: die Ministerinnen und Minister tauschten sich hier zu dem Anfang Oktober 2021 von der Europäischen Kommission angestoßenen „Strukturierten Dialog zu digitaler Bildung und Kompetenzen“ aus. Der Strukturierte Dialog soll bis Ende 2022 durchgeführt werden.

Die Entschließung zur Governance-Struktur für die europäische Bildungszusammenarbeit bis 2030 ergänzt den neuen Strategischen Rahmen, der bereits im Februar verabschiedet worden war.

Weitere Themen waren die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die allgemeine und berufliche Bildung und die gemeinsame Erklärung der Bildungsministerinnen und -minister zur Lage der Frauen in Afghanistan. Weiterhin informierten Belgien und Litauen über einen Vertrag für die automatische gegenseitige Anerkennung von Hochschulqualifikationen, den die Benelux-Länder und die baltischen Staaten geschlossen haben. Die zukünftige französische Ratspräsidentschaft gab einen kurzen Überblick über ihre Schwerpunkte im ersten Halbjahr 2022. (MK)

https://www.consilium.europa.eu/de/meetings/eycs/2021/11/29-30/

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