Im Zusammenhang mit den geforderten Präventivmaßnahmen fordert das EP unter anderem mehr Mittel für die wissenschaftliche Erforschung der Ursachen von Krebs und fordert die Kommission auf, für die Mission „Krebs“ im Rahmen von Horizont Europa und anderen einschlägigen Programmen (wie „HBM4EU – Science and Policy for a Healthy Future“) Mittel in angemessener Höhe bereitzustellen. Mit Blick auf die Risikofaktoren gehen die Empfehlungen unter anderem auf Tabak- und Alkoholkonsum sowie Übergewicht ein.
Mit Blick auf den Alkoholkonsum unterstützt das EP die Bereitstellung von besseren Informationen für Verbraucher, indem die Kennzeichnung von alkoholischen Getränken durch Informationen über einen moderaten und verantwortungsvollen Alkoholkonsum verbessert wird, sowie die Einführung der verbindlichen Angabe von Inhaltsstoffen und der Nährwertinformationen.
Die Landesregierung setzt sich für Informationen zu einem moderaten Weinkonsum ein und erwartet dies auch von Organisationen, Verbänden und Unternehmen der Weinwirtschaft. Wegen der großen Bedeutung des Weinbaus für das Land und aus Verantwortung gegenüber den Weinkonsumenten wird sich die Landesregierung im Rahmen der Verhandlungen über die konkreten Rechtstexte für entsprechende Formulierungen einsetzen.
Weitere wichtige Empfehlungen sind die Einführung einer Garantie für das „Recht auf Vergessen-werden“ bei allen Patientinnen und Patienten, deren Krebstherapie vor zehn Jahren abgeschlossen wurde bzw. bis zu fünf Jahre bei Patienten, bei denen die Diagnose vor dem 18. Lebensjahr gestellt wurde; die Aufnahme weiterer Krebsarten (neben Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs) in das neue EU-geförderte Krebsfrüherkennungsprogramm und die Ermöglichung eines transparenteren Arzneimittelsystems, insbesondere im Hinblick auf Preisbestandteile, Erstattungskriterien und Nettopreise von Arzneimitteln in verschiedenen europäischen Ländern.
Der jetzt beschlossene Bericht war durch den Sonderausschuss zur Krebsbekämpfung (BECA) des EP erarbeitet worden. Der Sonderausschuss war im Juni 2020 eingesetzt worden. Sein Mandat endete am 23. Dezember 2021. (MK)
