Die neue Strategie für fortgeschrittene Materialien soll zum Kommissionsziel beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft langfristig zu verbessern. Neuartige Werkstoffe sind absichtlich konzipierte und technisch hergestellte Materialien, die höhere Leistungsmerkmale oder besondere Funktionen aufweisen. Sie werden für Innovationen in den Bereichen Energie, Elektronik, Bauwesen und Mobilität eingesetzt. Als Beispiel für fortgeschrittene Materialien nennt die KOM Graphen, ein extrem dünner Werkstoff, dessen Fähigkeit zur Wärmeleitung besser als die von Kupfer ist. Es wird in TV-Bildschirmen, Computern und Smartphones verwendet.
Die KOM kommt im Analyseteil der Strategie zu dem Schluss, dass die EU über eine starke Position bei der Entwicklung fortschrittlicher Werkstoffe verfügt. Dennoch fordert sie kontinuierliche Innovation ein, um die technologische Souveränität und die strategische Autonomie Europas zu gewährleisten. Es wird davon ausgegangen, dass die Nachfrage nach neuartigen Werkstoffen in den kommenden Jahren erheblich steigt, beispielsweise in den Bereichen Erzeugung erneuerbarer Energien, für Batterien, Halbleiter, Arzneimittel, Satelliten und Flugzeuge. In ihrer Mitteilung konzentriert sich die KOM auf fünf Säulen. Dazu gehört die Stärkung europäischer Forschung und Innovation mit fortgeschrittenen Werkstoffen. Außerdem soll die Markteinführung für diese Materialien beschleunigt und die Kapitalinvestitionen sowie der Zugang zu Finanzmitteln erhöht werden. Im Rahmen des Forschungsprogramms Horizont Europa sollen neue Partnerschaften mit der Industrie aufgebaut werden. Vierter Schwerpunkt der Strategie ist die Förderung der Herstellung und Verwendung fortgeschrittener Werkstoffe. Abschließend schlägt die KOM die Einrichtung eines Technologierats vor, der mit den EU-Staaten und der Industrie die Initiative steuern soll. (UV)
Weitere Informationen auf der Presseseite der KOM und der Website zu fortgeschrittenen Werkstoffen.
