Der Quantum Act soll als Verordnung den politischen Rahmen für Forschung, industrielle Entwicklung und Sicherheit im Bereich der Quantentechnologien schaffen. Aufbauend auf der 2024 verabschiedeten „Europäischen Erklärung zu Quantentechnologien“ der EU-Mitgliedstaaten sowie der im Sommer 2025 veröffentlichten Quantum-Europa-Strategie legt die KOM den Fokus auf drei Handlungsfelder: die Stärkung von Forschung und Innovation, den Aufbau industrieller Kapazitäten sowie die Sicherung und Resilienz europäischer Lieferketten.
Geplant ist unter anderem, die europäischen Aktivitäten in Forschung und Innovation enger zu verzahnen und gegebenenfalls in einem gemeinsamen Rahmen – etwa im bestehenden Gemeinsamen Unternehmen für europäisches Hochleistungsrechnen (EuroHPC Joint Undertaking) – zu bündeln. Vorgesehen ist ferner die Einrichtung sogenannter „Strategischer Projekte“, die Forschung, Design und Produktion von Quantentechnologien durch kombinierte Finanzierungen von EU und Mitgliedstaaten voranbringen sollen. Ergänzend prüft die KOM ein EU-weites Monitoring kritischer Lieferketten, koordinierte Maßnahmen zur Diversifizierung und den Schutz geistigen Eigentums sowie den Aufbau gemeinsamer Standards. Begleitend sollen Aus- und Weiterbildungsinitiativen – etwa ein „European Degree in Quantum Technologies“ – den Fachkräftebedarf decken und die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen beschleunigen.
Die Initiative ergänzt bestehende EU-Programme wie IRIS² (EuroQCI) sowie EU-Rechtsakte wie den Chips Act. Durch einen koordinierten europäischen Ansatz sollen Ressourcen gebündelt, Doppelstrukturen vermieden und ein wettbewerbsfähiges Quantum-Ökosystem geschaffen werden.
Auf Grundlage der eingehenden Beiträge wird eine Folgenabschätzung für den geplanten Legislativvorschlag erstellt. Rückmeldungen können bis zum 26. November 2025 über das Portal „Have Your Say“ der KOM eingereicht werden. (VS)
