Die vorgeschlagene Ratsempfehlung sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, mit denen die Mitgliedstaaten die Impfquote erhöhen könnten. Hierzu gehören beispielsweise das Angebot kostenloser und/oder vollständig erstattungsfähiger Impfungen, der leichte Zugang zu Impfungen oder aber mehr Aufklärungsarbeit. Ebenso wird vorgeschlagen, die Immunisierung gegen verhütbare Krebsarten in die nationalen Krebspläne einzubeziehen und ein konkretes Ziel für die HPV-Impfung für Jungen festzusetzen. Eine weitere Maßnahme ist die Einführung „solider“ elektronischer Impfregister.
Europas Plan gegen den Krebs gibt das Ziel vor, dass bis 2030 bei Mädchen eine HPV-Impfquote von 90 Prozent erreicht ist und auch deutlich mehr Jungen geimpft werden sollen. Hiermit sollen perspektivisch Gebärmutterhalskrebs und andere durch das HPV verursachte Krebserkrankungen eliminiert werden. Auch die Impfungen gegen das Hepatitis-B-Virus (HBV) sollen deutlich erhöht werden, vor allem, um Leberkrebs zu verhindern. Von der Erreichung dieser Ziele ist die EU allerdings noch lange entfernt. Nach Aussagen der Kommission liegt in vielen Mitgliedstaaten die HPV-Durchimpfungsrate bei Mädchen deutlich unter 50 Prozent. Zu den Impfquoten bei Jungen und jungen Erwachsenen liegen nur begrenzt Daten vor. Daher gehört zu den in der Empfehlung aufgeführten Maßnahmen auch die Verbesserung der Datenverfügbarkeit des Monitorings. Um dies zu unterstützen, will das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bis Ende 2024 ein neues Dashboard der nationalen HPV- und HBV-Impfquoten entwickeln. Auch die KOM sagt Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Verbesserung des Monitorings zu.
Zu den Maßnahmen, die die KOM selbst ergreifen möchte, gehört neben anderem die Bereitstellung eines „Modells für Kommunikationskampagnen“ zur Sensibilisierung der Öffentlichkeitfür die Bedeutung dieser Impfungen. Das Modell soll an nationale Bedürfnisse angepasst werden können und den nationalen Besonderheiten Rechnung tragen. Im Rahmen des Gesundheitsprogramms der Union, EU4Health, stehen in 2024 rund 20 Mio. Euro für eine gemeinsame Aktion zur Verfügung, mit der die Mitgliedstaaten bei der Steigerung der HPV-Impfungen und der Bekämpfung übertragbarer Krankheiten wie Hepatitis und HIV/AIDS unterstützt werden sollen. (MK)
