Als zentrales Element des RESourceEU-Aktionsplans soll bereits 2026 ein neues Zentrum für Kritische Rohstoffe eingerichtet werden. Eine Aufgabe des Zentrums wird sein, Informationen über Wertschöpfungsketten sowie Primär- und Sekundärmärkte zu sammeln und damit die Entscheidungsgrundlage für europäische und nationale Strategien für Investitionen, Bevorratung und gemeinsamen Einkauf zu liefern. Als Portfoliomanager koordiniert das Zentrum Finanzierungen und unterstützt so die Diversifizierung und Nachhaltigkeit in den Lieferketten. Aufgrund eines umfassenden Mandats im Bereich der kritischen Rohstoffe, das Überwachung, gemeinsame Beschaffung, Bevorratung und Investitionen umfasst, wird das Zentrum in die Lage versetzt, die langfristige Versorgung Europas mit kritischen Rohstoffen sicherzustellen.
Um die Arbeit des Zentrums zu unterstützen, plant die KOM auch die Einrichtung eines Rohstoffmechanismus, der als Matchmaking-Instrument fungieren wird, das die Nachfragebündelung ermöglicht und den privaten gemeinsamen Einkauf strategischer Rohstoffe erleichtert. Dies soll dazu beitragen, Käufer und Lieferanten zu vernetzen, den Zugang für KMU zu straffen und Abnahmevereinbarungen abzuschließen. Ein weiterer Schwerpunkt des Aktionsplans liegt im Recycling innerhalb der EU. So beabsichtigt die KOM etwa in der ersten Jahreshälfte 2026 Beschränkungen für die Ausfuhr von Aluminium- und Magnetabfällen einzuführen, gegebenenfalls auch von Kupfer.
Außerdem will die KOM die Produktion Seltener Erden innerhalb der EU ankurbeln. Dafür sollen Genehmigungsverfahren für Minen und Fabriken vereinfacht werden. Ergänzend wird die KOM im Jahr 2026 Förderungen für die Batterie- und Rohstoffproduktion in Höhe von insgesamt einer Mrd. Euro aus dem EU-Haushalt ausschreiben. Parallel vergibt die Europäische Investitionsbank (EIB) vereinfachte Kredite für Rohstoffprojekte. Davon profitiert auch das Unternehmen Vulcan Energy, das im Oberrheingraben künftig Lithium fördern will. Die EIB fördert das Vorhaben mit 250 Mio. Euro. Ziel ist es, jährlich bis zu 24.000 Tonnen Lithiumhydroxidmonohydrat zu produzieren, was nach Unternehmensangaben für die Herstellung von etwa 500.000 Elektrofahrzeugen pro Jahr ausreicht.
Zusätzliche Informationen zum RESource-Aktionsplan sind auf der Webseite der KOM und im Fragen-und-Antworten-Katalog abrufbar. (UV)
