Die KOM verweist auf einen hohen Problemdruck: Nach Angaben der WHO sind rund 15 Prozent der Jugendlichen von Cyberbullying betroffen, mit steigender Tendenz seit 2018 – Mädchen gelten dabei als besonders gefährdet. Als häufig genutzte Kanäle werden insbesondere Instagram und Snapchat genannt. Ergänzend verweist eine EU‑Umfrage unter 12- bis 17-Jährigen darauf, dass jede und jeder Vierte Cyberbullying selbst erlebt und mehr als jeder Dritte entsprechende Vorfälle beobachtet habe.
Der Aktionsplan bündelt Maßnahmen in drei Säulen: Die erste Säule setzt auf die konsequentere Nutzung und Durchsetzung bestehender Digitalregeln, insbesondere auf einen gezielteren Einsatz des Digital Services Act zum Schutz Minderjähriger sowie auf die Einordnung laufender Arbeiten zur Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste und zum Artificial Intelligence Act unter dem Schwerpunkt Cyberbullying. Die zweite Säule wirkt vor allem über digitale Bildung, aktualisierte Leitlinien und Sensibilisierung, wobei die Wirkung stark von nationaler Umsetzung und Finanzierung abhängt. Die dritte Säule fokussiert auf niedrigschwellige Hilfe über eine Online-Safety-App. Vorgesehen ist dafür kein EU-Zentraltool, sondern ein EU-weiter Referenzrahmen, der in den Mitgliedstaaten pilotiert und anschließend national umgesetzt werden kann, wodurch die Wirksamkeit insgesamt maßgeblich von der Umsetzung in den Mitgliedstaaten abhängt.
Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung der KOM, dem veröffentlichten Aktionsplan sowie im folgenden Factsheet der KOM. (JS/HB)
