In den vergangenen Monaten waren in einigen Mitgliedstaaten aber auch dem Vereinigten Königreich Maserinfektionen deutlich vermehrt aufgetreten. Rumänien hatte im Dezember vergangenen Jahres eine nationale Masernepidemie erklärt, im Vereinigten Königreich hatte die rasch wachsende Anzahl von Fällen im Januar dieses Jahres die Behörden dazu veranlasst, die interne Alarmstufe im Umgang mit dieser Erkrankung zu erhöhen.
Bereits im Dezember vergangenen Jahres war für die WHO-Region Europa ein „alarmierender Anstieg der Masernfälle“ vermeldet worden. So wurden laut Pressemitteilung der WHO zwischen Januar und Oktober 2023 aus 40 der 53 Mitgliedstaaten der Region über 30 000 Masernfälle gemeldet. Dies war ein Anstieg um mehr als das 30-fache gegenüber dem Vorjahr mit 941 gemeldeten Fällen. Zudem war eine Beschleunigung des Anstiegs zu befürchten. Die WHO hatte daher dringend das Ergreifen entsprechender Maßnahmen gefordert. Bestätigung fand diese Warnung nicht zuletzt durch die hohe Zahl von Masernfällen im Vereinigten Königreich zu Jahresbeginn.
Masern stellen eine Bedrohung für Menschen aller Altersgruppen dar. Aufgrund der hohen Sterblichkeit nach einer Infektion, haben Masern die größten potenziellen Auswirkungen auf Säuglinge, die noch zu jung sind, um geimpft zu werden. Auch nicht geimpfte Kinder unter fünf Jahren sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt; Masern können in dieser Altersgruppe verschiedene Komplikationen hervorrufen. Schwere Folgen können Masern aber auch für andere Gruppen, wie z. B. immungeschwächte Menschen haben.
Als Maßnahmen gegen eine (weitere) Verbreitung von Mastern empfiehlt das ECDC Anstrengungen um ungeimpfte oder nur teilweise geimpfte Bevölkerungsgruppen zu erreichen und die Sicherstellung eines gleichberechtigten Zugangs zu Impfungen, insbesondere für gefährdete Bevölkerungsgruppen wie Menschen in Flüchtlingslagern. Eine wichtige Rolle spielt nach Meinung des ECDC zudem die Stärkung von Überwachung, Früherkennung, Diagnose und Kontrolle und auch die Sensibilisierung von Angehörigen der Gesundheitsberufe und die Öffentlichkeit. (MK)
