Die Kommission schildert, dass sich die Wasserqualität in der EU in den vergangen 30 Jahren zwar verbessert habe und sich das ernsthafte Bemühen auf Umstellung auf nachhaltige Methoden auszahle. So sei die Nitratkonzentration in den Oberflächengewässern und im Grundwasser zurückgegangen. Jedoch seien die Fortschritte in den letzten zehn Jahren nur minimal und die Nährstoffbelastung durch die Landwirtschaft anhaltend hoch. Deshalb reiche das derzeitige Tempo bei der Veränderung nicht aus, um Schäden zu verhüten und empfindliche Ökosysteme zu bewahren. Auch zur Umsetzung des European Green Deal seien nun weitere Maßnahmen erforderlich, um zu einer nachhaltigen Landwirtschaft zu gelangen und die Trinkwasserversorgung zu schützen. Die Kommission ergreife daher Maßnahmen zur besseren Einhaltung der Nitratrichtlinie. Auch Deutschland stehe hier vor großen Herausforderungen.
Eine übermäßig hohe Nitratkonzentration in Gewässern ist häufig eine Folge von Überdüngung. Sie führt zu Sauerstoffmangel und vermehrter Anreicherung von Nährstoffen in ursprünglich nährstoffarmen Gewässern (sogenannte Eutrophierung). Letztere kann übermäßigen Algenwachstum zur Folge haben und dadurch anderen Tier- und Pflanzenarten die Lebensgrundlage entziehen. Die Überdüngung wirkt sich somit unmittelbar schädlich auf Ökosysteme, aber auch auf die menschliche Gesundheit aus. Im Gegensatz dazu zeigen die Daten die positiven Folgen der Gewässersanierung auf die Trinkwasserversorgung, die biologische Vielfalt und auf die von sauberen Gewässern abhängigen Wirtschaftsbereiche wie Fischfang und Tourismus. (SF)