| Wohnungsmarkt

Parlament veröffentlicht Maßnahmen zur Bekämpfung der Wohnraumkrise

Das Europäische Parlament (EP) verabschiedete am 10. März 2026 im Abschlussbericht des Sonderausschusses zur Wohnraumkrise Empfehlungen zur Bewältigung der angespannten Wohnraumsituation in der Europäischen Union (EU). Der Bericht enthält Lösungsansätze für bezahlbaren Wohnraum und setzt insbesondere auf steuerliche Anreize, verstärkte Renovierungsmaßnahmen sowie den Abbau von Bürokratie. Er wurde mit 367 Ja‑Stimmen bei 166 Nein‑Stimmen und 84 Enthaltungen angenommen.
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Die Abgeordneten fordern, dass alle Neubauten verbindliche Qualitätsstandards hinsichtlich Isolierung, Energieeffizienz und Luftqualität erfüllen sollen. Zudem sprechen sie sich für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen touristischen Kurzzeitvermietungen und langfristig bezahlbarem Wohnraum aus. Dieses Gleichgewicht soll durch gemeinsame Ziele auf EU-Ebene gefördert werden, ohne die Mitgliedstaaten in ihrer Flexibilität bei der Umsetzung territorial angepasster Maßnahmen einzuschränken. Gleichzeitig verlangt das EP einen angemessenen Anteil an öffentlichem und sozialem Wohnraum und verurteilt die illegale Besetzung von Gebäuden ausdrücklich. Zudem plädieren die Abgeordneten für eine Stärkung des Mieterschutzes. 

Im Bereich der finanziellen Unterstützung fordert der Bericht gezielte steuerliche Anreize, insbesondere für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Eine bessere Koordinierung der bestehenden Finanzmittel soll zusätzliche EU-Investitionen im Wohnungsbau ermöglichen. Außerdem wird eine Überarbeitung der Vorschriften für staatliche Beihilfen angeregt, um öffentliche Investitionen in sozialen und bezahlbaren Wohnraum zu erleichtern.

Das EP fordert die Europäische Kommission (KOM) zudem auf, den Verwaltungsaufwand im Wohnungsbau durch ein Vereinfachungspaket zu reduzieren, um damit effizientere Genehmigungsverfahren zu gewährleisten. In der Entschließung wird unter anderem eine Frist von 60 Tagen für die Erteilung bestimmter Baugenehmigungen genannt, was den Planungs- und Bauprozess beschleunigen soll.

Die Abgeordneten verlangen darüber hinaus eine Stärkung der industriellen Souveränität der EU im Bau- und Renovierungssektor durch beispielsweise die Förderung innovativer Produkte. Zudem soll die KOM Mindestanforderungen für das Label „Made in EU“ für Komponenten festlegen, die in von der EU kofinanzierten Projekten eingesetzt werden.

Abschließend fordert das EP Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Fachkräften durch Ausbildung, faire Löhne, erleichterte Mobilität, die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen sowie die Anwerbung von erforderlichen Fachkräften aus Drittländern.

Weitere Informationen sind der Pressemitteilung des EP zu entnehmen. (HW)

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